PP, PE und PVC - die wichtigsten im Siedlungswasserbau eingesetzten Kunststoffe

Leichtgewichtig, widerstandsfähig und flexibel – dies sind die Haupteigenschaften von Kunststoffrohren. Kosteneffizienz und lange Einsatzdauer sind weitere Vorteile. Resistenz gegenüber vielen verbreiteten Chemikalien wie Säuren und Laugen, Salzen und Oxidanzien erlauben den Einsatz von Kunststoffrohren in weiten Anwendungsbereichen. Nicht zuletzt sind Kunststoffrohre einfach zu verlegen und erforden nur ein Minimum an Wartungsaufwand. Je nach Anwendungsbereich entscheidet sich, welcher Werkstoff aufgrund technischer und wirtschaftlicher Kriterien zum Einsatz kommt. Die IKR-Mitglieder verpflichten sich zu höchsten Qualitäts- und Umweltstandards.

Erdöl, Erdgas -> Kunststoff

PP – ein äußerst vielseitiges Polymer

PP (Polypropylen) ist der Gruppe der Polyolefine zuzuordnen. Diese werden aus Öl und Naturgas erzeugt. Der Prozess heißt Polymerisation, wobei kurze Ketten in Gasform (Monomere) unter Beifügung eines Katalysators zu langen Ketten (Polymeren) verknüpft werden. Polymere sind feste Thermoplaste, die mittels Extrusion oder Spritzgießen zu Rohren oder Formstücken verarbeitet werden. Es ist ein widerstandsfähiges thermoplastisches Material, das seit den frühen 1950-er Jahren im Einsatz ist.
Durch Compounding, dh. Vermengung von Polypropylen mit mineralischen Verstärkungsstoffen kann das Eigenschaftsprofil des Rohrsystems nach Anforderung noch verbessert werden (z.B. Erhöhung der Steifigkeit, etc.)
Einsatzbereich: Aufgrund seiner hohen Schlagfestigkeit (auch bei niedrigen Temperaturen) in Kombination mit guten Werten bei Steifigkeit und einer ausgezeichneten chemischen Resistenz sowie der hohen Temperaturbeständigkeit ist dieser Kunststoff besonders für Abwassersysteme bestens geeignet.

PE – ein Werkstoff für viele Anwendungen

PE (Polyethylen) ist der Gruppe der Polyolefine zuzuordnen. Diese werden aus Öl und Naturgas erzeugt. Der Prozess heißt Polymerisation, wobei kurze Ketten in Gasform (Monomere) unter Beifügung eines Katalysators zu langen Ketten (Polymeren) verknüpft werden. Polymere sind feste Thermoplaste, die mittels Extrusion oder Spritzgießen zu Rohren oder Formstücken verarbeitet werden. Es ist ein widerstandsfähiges thermoplastisches Material, das seit den frühen 1950-er Jahren im Einsatz ist.
PE ist leicht, flexibel und einfach zu verschweißen. Die glatte Innenfläche der Rohre sichert ausgezeichnete Fließeigenschaften. Ständige Weiterentwicklung des Kunststoffs hat seine technische Leistungsfähigkeit immer weiter erhöht, was zu stark wachsendem Einsatz bei bedeutenden Gas- und Wasserversorgungsunternehmen in aller Welt führte. Die Langzeitfestigkeit wurde von 8,0 MPa bemessen auf 20 °C und 50 Jahre (PE 80) auf 10,0 MPa erhöht (PE 100). In den letzten Jahren wurde auch das langsame Rissverhalten bedeutend verbessert (PE 100-RC, raised crack resistance), womit auch neue Verlegemethoden wie sandbettlose und grabenlose Technologien (z.B. Berstlining) möglich geworden sind. Weiters wird im Rohrbereich noch die vernetze Type PE-X eingesetzt, die vor allem bei höheren Temperaturanwendungen ihre Anwendung findet.
Einsatzbereich:Druckrohre in der Wasserversorgung, in Abwasserleitungen kommt es bei verschweißten Systemen (Gebirgsableitungen bzw. geologisch schwierige Bodenverhältnisse) zum Einsatz, weiters bei Kunststoffgasleitungen und bei Kabelschutzrohren.

PVC hart – einer der ersten Kunststoffe und bis heute ein häufig eingesetztes Material

PVC (Polyvinylchlorid) hat die längste Geschichte aller Kunststoffe. Die ersten PVC-Rohre wurden in den 1930er Jahren gefertigt.
PVC ist ein thermoplastischer Kunststoff, der aus Salz und Öl oder Gas erzeugt wird. PVC wird aus Chlor (das entsteht, wenn Salzwasser durch Elektrolyse zerlegt wird) mit Ethylen (das man aus Öl oder Gas über ein Crackverfahren erhält) hergestellt. Nach mehreren Schritten führt dies zur Entstehung eines weiteren Gases: Vinylchlorid-Monomer (VCM). In einer weiteren Reaktion, auch als Polymerisation bezeichnet, verbinden sich dann die Moleküle von VCM zu einem feinen weißen Pulver (PVC). Dieser Pulver wird mit Additiven und Stabilisatoren gemischt, um die gewünschten Eigenschaften für die Anwendung zu erzielen. Die entstehenden PVC-Granulate werden dann in das Endprodukt umgewandelt. Die Anlieferung des Rohstoffs zum Verarbeitungsbetrieb erfolgt in der Regel nicht als fertige Mischung. Abgestimmt auf die gewünschten Eigenschaften des Fertigproduktes und auf die Fertigungsanlagen mischt sich jeder Verarbeiter unter Beigabe von Farbstoffen und Additiven, wie z.B. Stabilisatoren, den Werkstoff selbst. Das Grundmaterial kann durch einen weiteren Verarbeitungsschritt für die jeweilige Anwendung maßgeschneidert werden, beispielsweise durch Beifügung mineralischer Verstärkungsstoffe. Die IKR-Mitglieder verpflichten sich zu höchsten Qualitäts- und Umweltstandards. Die eingesetzten Werkstoffe werden seit 2006 mit bleifreien Stabilisatoren gefertigt. Damit können wir auch bestätigen, dass keine Inhaltsstoffe enthalten sind, die unter REACH fallen.
PVC hart ist von den Massenkunststoffen der steifste, ist schwer entflammbar, besitzt hohe chemische Beständigkeit und ist leicht formbar (Muffprozess).
Einsatzbereich: PVC-hart kommt im Siedlungswasserbau in Abwasser- und Trinkwasserrohren zur Anwendung. Zudem findet PVC-hart in Dränage- und Kabelschutzrohre Verwendung.

Die Hauptkunststoffe (Massenkunststoffe PE, PP, PVC, PS und ev. PUR und PET)

Der Einsatzbereich

Eine genauere Aufschlüsselung des Einsatzbereiches

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