Kunststoff -> Rohr
1. Extrusionsverfahren
Aus PVC hart, PE, PP und anderen Thermoplasten hergestellte Rohre werden üblicherweise extrudiert. Der Verarbeitungsprozess beginnt mit dem Zuführen des Kunststoff Materials in Form von Pellets, Granulaten, Flocken oder Pulver aus einem Lagertank zur Extruderschnecke. Das Material wird dort Schrittweise durch die Drehbewegung und durch an der Schnecke angeordnete Heizeinrichtungen geschmolzen. Das geschmolzene Polymer wird durch eine Austrittsdüse gepresst und wird so in Rohrform gebracht und verfestigt in einer Kühlstrecke.
Der große Vorteil des Extrusionsverfahrens liegt darin, dass Rohre in jeder beliebigen Länge hergestellt werden können. Aufgrund der Flexibilität von Kunststoffrohren, z.B. PE Trinkwasserleitungen, können größere Längen auch auf Koils aufgewickelt werden. Ein weiterer Vorteil des Verfahrens ist die Möglichkeit, Muffenverbindun-gen nahtlos anzuformen und Dichtringe automatisch einzulegen.
Im Wesentlichen werden für den öffentlichen Siedlungswasserbau einschichtige oder mehrschichtige thermoplastische Rohre extrudiert.
Einschichtig extrudierte Vollwandrohre bestehen aus einer Lage von homogenem Thermoplast. Bei mehrschichtig extrudierten Vollwandrohren werden durch Zugabe von z. B. mineralischen Verstärkungsstoffen in einem speziellen Compoundierungsverfahren, einzelne Materialeigenschaften auf den gewünschten Einsatzzweck abgestimmt.
2. Spritzgießverfahren
Formteile wie Anschlussstücke, Bögen oder Abzweige werden üblicherweise im Spritzgießverfahren hergestellt.
Beim Spritzgießverfahren wird das Kunststoffmaterial aus einem Vorratsbehälter einer Schmelzeinrichtung zugeführt. Das Material wird mittels Förderschnecke verdichtet, in die Spritzgießform injiziert und in die gewünschte Form gebracht.
Im Abkühlvorgang verfestigt sich das Material. Im Anschluss öffnet sich die Spritzgießform und das fertige Produkt wird ausgeworfen.
3. Blasformverfahren
Beim Blasformverfahren wird heißer Kunststoff in Schlauchform in eine gekühlte Form extrudiert, dort mittels Druckluft aufgeblasen und an die Konturen des Blaswerkzeugs gepresst. Nach dem Abkühlvorgang wird die Form geöffnet und das Produkt ausgeworfen.
Auf diese Weise werden Schächte, sowie Abwasser- und Lagertanks produziert. Der Vorteil der Produkte gegenüber jenen aus anderen Werkstoffen liegt in der Gewichtseinsparung und dem daraus resultierenden leichteren Handling.
4.Rotationsformen (Rotationsgießen)
Beim Rotationsformen wird Kunststoff bei hoher Temperatur und niedrigem Druck durch biaxiale Rotation zu nahtlosen Hohlkörpern verarbeitet. Die Kunststoffrohr Industrie verwendet dieses Verfahren um große Inspektionsschächte, Wasser- und Abwassertanks aus PE oder PP zu fertigen.
5.Handformung
Formstücke größerer Dimensionen und Sonderbauteile für den Siedlungswasserbau werden in Handformung hergestellt. Vorbereitete Einzelteile werden in Spannvorrichtungen fixiert und durch Stumpf- oder Extrusionsschweißung dauerhaft verbunden.
