Nachhaltigkeit

Rohrsysteme können verdeckt verlegt sein und somit nicht ständig im Blickfeld sein. Ihr Beitrag zu Gesundheit, Umweltschutz ist jedoch äußerst bedeutend.

Kunststoffrohre und Infrastruktur

Kunststoff ist seit mehr als 150 Jahren im Einsatz und wurde in den 1950ern zu einem beliebten Werkstoff für Rohrsysteme.

Im Laufe der letzten 50 Jahre haben die Kunststoffrohre weiter an Bedeutung gewonnen und sind heute in vielen Ländern das am häufigsten eingesetzte Material. Kunststoffrohrsysteme sind ein wesentlicher Faktor bei der Schaffung der Infrastruktur, sowohl in Privathäusern, wie auch im öffentlichen Bereich. Durch Kunststoffrohrsysteme wird unser Leben komfortabel und hygienisch. Energietransport, Wasserver- und -entsorgung, das sind die wichtigsten unumgänglichen Erfordernisse des Menschen.

Unsere täglichen sanitären Bedürfnisse und die Anforderungen des Gesundheitswesens sind für die Gesellschaft von größter Wichtigkeit. Die Anforderungen an Kunststoffrohre sind vielfältig. Wir erwarten, dass sauberes Trinkwasser in unser Heim geleitet wird und wir es als Leitungswasser sofort zur Verfügung haben. Wir gehen davon aus, dass unsere Abwässer rasch und effizient aus unseren Wohnungen abtransportiert werden. Und es ist für uns unabdingbar, dass Heizung, Kühlung, Gas, Energie auf Knopfdruck verfügbar sind.

Langlebigkeit

Kunststoffrohre im Siedlungswasserbau haben unter korrekten Einbau- und Betriebsbedingungen eine Nutzungsdauer von 100 Jahren und länger. Damit sind sie dem Großteil anderer Werkstoffe überlegen, die im Laufe der Jahre durch Korrosion, Abrieb oder aggressive Chemikalien Schaden nehmen können.
Dank der hohen Flexibilität können sie sich leichter an Bodenbewegungen anpassen, ohne dass es zu Rissen oder Brüchen kommt. Außerdem bleiben sie, im Gegensatz zu

den meisten anderen Werkstoffen, sogar unter extremen Bedingungen noch dicht.

Umweltperformance im gesamten Lebenszyklus

Die Umweltperformance eines Produktes kann am besten aus der Sicht des Lebenszykluses beschrieben werden. Dazu gehören Herstellung, Verwendung und die Endphase des Lebenszyklus eines Produkts. Die Lebenszyklusanalyse von Kunststoffen zeigt, dass die Umweltverträglichkeit sehr hoch ist.

Für die Herstellung von Kunststoffen aus den Ausgangsstoffen wird im Vergleich zu alternativen Materialien wie Metall weniger Energie benötigt. Die Verarbeitung von

Kunststoffen erfolgt mit geringeren Temperaturen. Die steigenden Energiepreise und das wachsende Bewusstsein um die Notwendigkeit, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, machen die Energieeffizienz zu einem Schlüsselwert, wenn die Politik, Unternehmen, Organisationen und Menschen ihre Entscheidungen für die Zukunft treffen.

Das Grundprodukt von Kunststoff ist Erdöl. Wenn man den Vergleich zu Rohren aus anderen Werkstoffen anstellt, sind die Kunststoffrohre aufgrund ihres geringen Gewichts pro Meter Rohr höchst energieeffizient. Tatsächlich können aus einem Kilogramm Kunststoff wesentlich mehr Meter Rohre als aus einem anderen Werkstoff hergestellt werden. Pro Meter Rohr verbrauchen Kunststoffrohre also weniger Energie als die meisten anderen Rohrwerkstoffe.

Kunststoffrohrsysteme sind im Einbau und in der Nutzungsphase energieneutral.
In der Endphase des Lebenszyklus sind Kunststoffrohrsysteme durch die Möglichkeit der stofflichen Verwertung oder thermischen Nutzung ressourcenschonend. Dies hat eine positive Auswirkung auf die CO2- und Energiebilanz.

Zusammenfassend zeichnen sich Kunststoffrohrsysteme im Hinblick auf die Umwelt durch folgende Kriterien aus:

  • Die lange Nutzungsdauer verlängert den Lebenszyklus
  • Die Produktion von Kunststoffrohren verbraucht weniger Energie als die von anderen Werkstoffen.
  • Aufgrund ihres geringen Gewichts brauchen sie auch weniger Energieaufwand für Transport, Verarbeitung und Verlegung.
  • Die ausgezeichnete Dichtheit verhindert den Verlust von Wasser oder den Austritt von Medien in die Umwelt
  • Recycling und Wiederverwertung hat ergänzend einen positiven Einfluss auf die Umweltbilanz

Global gesehen sind die Umweltvorteile noch eindrucksvoller: Die gesamten Kunststoffprodukte verbrauchen nur 4 Prozent des Öls weltweit als Ausgangsmaterial, wohingegen etwa 90% für Heizung und Verkehr aufgewendet werden. Wenn man nur den Anteil der Kunststoffrohre betrachtet, so ist dieser extrem gering.

Geringe Umweltbeeinflussung durch hohe Dichtheit

Kunststoffrohrsysteme sind eine hervorragende Lösung für Trinkwasser- und Kanalisationssysteme. Der Transport von Medien von einem Ort zum anderen ist die Hauptaufgabe eines Rohrsystems. Auf diesem Weg muss das Rohrsystem verhindern, dass das beförderte Gut durch Leckstellen nach außen dringt und verloren geht oder die Umwelt negativ beeinflusst. Es muss aber auch das Fördergut vor dem Eindringen von Fremdstoffen nach innen schützen!

Bei Wasserverteilungsleitungen geht es einerseits darum, das wertvolle Trinkwasser nicht nach außen dringen zu lassen und andererseits darum, es vor Verschmutzung von außen zu schützen. Bei Abwassersystemen muss das System vor Überlastung durch eindringendes Grundwasser geschützt werden. Systemüberlastungen können zum Überlaufen in das Oberflächenwasser führen, was dann zur Überlastung von Aufbereitungsanlagen führt. Austretendes Abwasser kann zu Grundwasserverunreinigungen führen. 

Hier ist es natürlich die dichte Rohrverbindung von Kunststoffrohren ein wesentlicher Vorteil. Durch die Flexibilität sind Kunststoffrohre zusätzlich weniger leckanfällig als andere Rohrwerkstoffe, weil sie Bodenbewegungen besser aufnehmen, die bei anderen Materialien zu Rissen oder sogar Brüchen führen können.

Niedriges Gewicht und einfache Verlegung

Kunststoffe sind allen anderen Werkstoffen (Guss, Steinzeug, Beton,...) in punkto Leichtigkeit bei weitem überlegen.
Dank des geringen Gewichtes sind Transport und Verlegung von Kunststoffrohren wesentlich einfacher, auf den Einsatz von Hebegeräten kann beim Verlegen der Rohre oft ganz verzichtet werden. Für manche erdverlegte Kanalrohre kann der Transport, die Positionierung und Verbindung von einer Person bewältigt werden. Mechanische Hebeeinrichtungen kommen meist nur bei größeren Rohrdurchmessern zum Einsatz.

Gesundheit und Hygiene

Kunststoffrohre gewährleisten die Beförderung von sauberem Trinkwasser. Die Frage der Gesundheit ist in jeder Hinsicht von höchster Bedeutung. Sauberes Trinkwasser ist eine lebenswichtige und knappe Ressource, die auf dem Weg von der Quelle zum Verbraucher bestmöglich geschützt werden muss.

Wasserversorger verwenden Kunststoffrohre, um dieses wertvolle Wasser direkt in die Heime der Menschen zu bringen. In den Häusern selbst werden Kunststoffrohre eingesetzt, um das Wasser in die Küchen und Bäder, Duschen, Waschmaschinen u.s.w. zu befördern.

Um für den Einsatz für Trinkwasserversorgung und -verteilung eingesetzt werden zu können, müssen alle Kunststoffrohrsysteme hohe Auflagen erfüllen. Die Kriterien des Gesundheitswesens und die strengen Prüfungen, denen diese Rohre unterzogen werden müssen, sind streng geregelt.

ÖAKR - Österreichischer Arbeitskreis Kunststoffrohrrecycling

Nach Ablauf der jahrzehntelangen Nutzungsdauer stellen Altrohre eine wertvolle Rohstoffquelle dar. Im Bewusstsein ihrer Verantwortung schufen Österreichs führende Kunststoffrohrhersteller vor 20 Jahren mit der Gründung des ÖAKR (Österreichischer Arbeitskreis Kunststoffohrrecycling) ein Kundenservice mit europaweitem Vorbildcharakter: Ein freiwilliges, flächendeckendes Sammelsystem für Altrohre, Formstücke und bei der Verlegung anfallende Rohrreste aus Kunststoff.

Die ÖAKR-Mitglieder sehen es als ihre Aufgabe an, deren Produkte nach Ablauf des Produktlebenszyklus durch die Recyklierung einem geschlossenen Werkstoffkreislauf zuzuführen. Somit ist von der Produktion bis zur Nutzung der Kunststoffrohre bis hin zur Verwertung der wertvollen Grundstoffe ein besonders nachhaltiger Einsatz gewährleistet.

Recycling von Kunststoffrohren trägt zur Ressourcenschonung und somit zur Reduzierung von C02 und Energieeinsatz bei. Seit Beginn seiner Tätigkeit 1991 wurden vom ÖAKR insgesamt rd. 10.200 Tonnen Kunststoffrohre gesammelt, sortiert und wiederverwertet. Aus dem gewonnenen Recyklat entstehen wiederum langlebige Produkte, die überall Einsatz finden, wie zum Beispiel Kabelschutzrohre.

Recycling-ÖAKR